Mittwoch, 4. Dezember 2013

Adieu, Herbst

Unglaublich aber natürlich wahr: es ist Dezember! Die ersten Türen vom Adventskalender sind geöffnet und auch wenn das Wetter noch nach kaltem Herbst aussieht, so ahnt man doch anhand der Luft, dass der Schnee naht. Der Winter. Der Garten Edi ist schon so gut wie "winterfest": Bäume wurden geschnitten und Stauden herunter gestutzt, Dahlien ausgegraben und Laub wird peu a peu zusammen gefegt und weg gebracht. 
Natürlich sind die Gärten und rechts und links vom Garten Edi im perfekt möglichen Zustand: eingepackt und fest gezurrt, entlaubt und irgendwie... fertig und clean. Der Garten Edi ist aber "leider" anders. Töpfe stehen herum, mit den traurig welken Überresten von Kapuzinerkresse. Drei der vier Beete sind nicht ordentlich von allen toten Pflanzen befreit und umgegraben, ein paar robuste Grünlinge blühen aber auch weiter vor sich hin. So wie der nimmermüde, ständig nachwachsende Mangold.
Aber der traurigste Anblick sind die großen Flecken mit Kapuzinerkresse.
Unglaublich, wie trostlos und müde diese sonst so robust und wilden Blumen nach der ersten in Mark und Bein gehenden Kälte in sich zusammen fallen. 
Ja, vieles hätte auch noch zurück geschnitten werden müssen, aufgeräumt, entsorgt. Aber irgendwie fehlt dazu gerade Zeit und auch Motivation. Die letzten Monate waren nicht ganz einfach. Aber wir haben gelernt, dass der Garten Edi nicht so streng ist, wie vielleicht die Urteile der Nachbarn. Oder unser schlechtes Gewissen. Uns wird immer mehr bewusst, wie groß der Garten ist. Und wie schnell alles wächst. Und nicht von selbst verschwindet, wenn es verwelkt ist.
Und so füllen wir, wann immer wir können, Laubsäcke mit Grünschnitt und fahren sie davon und fragen uns, ob das nicht alles bizarr ist. Wie läuft es da draussen ohne das Prädikat Schrebergarten? Gibt es da Gnome, die mit kleinen Schubkarren fleissig Laub weg bringen? Zu kleinen Kompostier-Anlagen? Weil die eigenen Holzverschläge schon seit Anfang Sommer voll sind mit welkem Gemüse und verwelkten Frühlingsblühern? Interessante Fragen, die man sich wohl erst stellt, wenn man einen Garten hat, der unablässig Biomasse produziert. Aber natürlich freuen wir uns auf das neue Jahr. Und noch mehr Kapuzinerkresse! Schön anzusehen und auch voller leckerer Vitamine.


Donnerstag, 7. November 2013

Q wie Quitten!

Quitten. Habe ich schon über sie geschrieben? Vermutlich. Diese apfelartigen, steinharten Früchte, die jeder vom Namen her kennt, aber meist schwer zuzuordnen weiß? Edi liebt sie sehr, sind sie doch besonders widerstandsfähige Spielbälle, die wir für sie quer durch den Garten werfen und die beim Apportieren sukzessive etwas Quittensaft absondern. Scheint der Edi zu schmecken. Und uns? Also die Quitten? Naja, wir sind da noch am Anfang. Quittengelee gab es ja schon im letzten Jahr und in diesem probierte der Mann ein neues Rezept: Quitten-Cutney! Lecker! Der Mann ist nicht so überzeugt, aber egal. Im nächsten Jahr gibt es neue Variationen und wir werden frühzeitig Freunden und anderen Interessenten Bescheid geben, denn im Nachhinein stellte sich heraus: es scheint eine Quitten-Fangemeinde zu geben. Bizarr, aber wahr.

Donnerstag, 15. August 2013

Summ und Brumm im Garten Edi

Im Moment summt und brummt es im ganzen Garten. Besonders manche Sträucher und der Lavendel sind stark geschäftig umschwirrt. Aber es sind die dicken Blüten, in denen man mit Sicherheit ein oder zwei dicke Hummeln mit staubigem Fell-Po entdeckt. Manche scheinen auch an Blüten festzukleben, so dass man in aller Ruhe mit dem iPhone ranschleichen und sie knipsen kann. Manchmal bleiben sie sogar noch an ihrem Platz, wenn man eine Blume pflückt und durch die Gegend trägt. Ich habe nichts dagegen. Hummeln sind neben Schmetterlingen meine allerliebsten Flattertiere.


Sonntag, 11. August 2013

Abendessen aus dem Garten Edi

Eine yummy delicious Mischung wächst im Garten Edi: Mangold, Zucchini, Bohnen und Kohlrabi. Allein die ersten zwei reichen, um sich mit Zwiebeln und Knoblauch (natürlich auch Salz und Pfeffer!!) zu einem zauberhaften Abendessen zu verwandeln. Das schöne an Mangold und Zucchini: beides wächst wahrscheinlich überall gut, denn sogar im Garten Edi haben wir reichlich! Die Kohlrabi sind auch ganz gut gewachsen, noch einmal ein großes Danke an Phuong, lila Kohlrabi sind super! Die Bohnen? Naja, ok. Im nächsten Jahr möchte ich so einen maibaumartigen Turm oder eine ganze dichte Reihe voll, denn Bohnen sind schon super. Aber kein Gemüse kommt wohl an Zucchini und Kürbisse heran, die ranken und mit großen Blüten zu echt ertragreichen, leckeren Früchten wachsen.



Sonntag, 4. August 2013

Abende im Garten Edi

Der Garten Edi dient uns ja in erster Linie als Refugium um unsere computermüden Augen etwas mit natürlichem Grün und unbegrenztem Blick auf den Himmel zu beruhigen und unsere tippenden und Stifte schiebenden Finger auch einmal in die Erde zu stecken. Aber es gibt natürlich auch die unvergleichlich schönen und kostbaren Stunden des Besuchs. Freunde kommen vorbei und alle sitzen zwischen Spinnen und Blättern und fühlen sich trotzdem wohl. Und dieser Sommer hat uns ja sehr großzügig mit einem scheinbar unerschöpflichen Segen an Johannisbeeren beschenkt und daraus wurde ein Garten-Edi-Getränk. Beeren mit Sekt. Und dann gab es noch den Pastis! Und die bunten Beeren-Kuchen! Die bunten Gemüse-Gerichte und Salate. Aber vor allem die gemütlich-lustigen Stunden.


Freitag, 2. August 2013

Johannisbeeren!

Johannisbeeren. Die werden in der Schweiz Meertrüberli genannt und ich frage mich, warum. Sie sind mit den Stachelbeeren verwandt, von denen es seit diesem Jahr auch einige im Garten Edi gibt. Noch nicht ansatzweise so viele wie Johannisbeeren, aber gut. Im Garten wachsen weisse, rote und schwarze Johannisbeeren. Hyperviele weisse, viele rote und ein paar schwarze. Leider, denn gerade die schwarzen schmecken ziemlich besonders. Aber auch die weissen sind toll, nur machen sie mir auch ein wenig Angst. Es ist nur ein weisser Strauch (drei rote und ein schwarzer) und dieser trägt so viele Früchte, dass wir ernten und ernten und nicht ans Ende kommen. Aber gut, der Mann experimentiert mit dem Aufsetzen von Alkohol, ich verstecke die Beeren in Kuchen und erfinde tolle Mischungen mit Sekt und Minze.

Sonntag, 14. Juli 2013

Von Rosa bis Pink

Meine auf der Welt allerliebsten Farben befinden sich im lebensfrohen Spektrum von pudrigem Rosa über tiefsattem Pink bis zu wunderschönem Lila. Ich glaube fest, dass diese Farben glücklich machen. Im Garten Edi findet man sie alle, Lila ganz besonders, durch meine Lieblingspflanzen Lavendel und die hübschen Kohlrabi, die Phuong gepflanzt hat. Aber auch Pink findet man im Garten Edi, der nicht nur deswegen der schönste Platz meiner Welt ist. Pfingstrosen, Fingerhüte, Heckenrosen und diese märchenhaft schönen Bodenkriecher.



Rosen

Im Garten Edi gibt es einen großen Rosenstrauch. Und dieser Rosenstrauch ist für mich eines der schönsten Dinge neben dem Lavendel. Ich habe mich damals auf den ersten Blick in ihn verliebt, er ist nicht gestutzt, meist etwas wirr und immer voller großer, extrem stark duftender Blüten. Nicht der artifizielle Rosenduft, den Leute ohne Grarten vielleicht im Kopf haben. Nein, die Art von Duft, bei dem man die Augen schliessen und lächeln muss, ohne Widerrede. Magisch.

Himbeeren

Nachdem ich im letzten Jahr die ganzen Himbeersträucher nicht erkannt und raspelkurz geschnitten habe, dürfen sie dieses Jahr wuchern. Und belohnen mich mit keinen, supermatschig aber zuckrig süßen Früchten. Es macht keinen Sinn, diese in Schälchen bis nach Hause zu transportieren. Man muss sie vorsichtig vom Strauch abziehen und direkt in den Mund stecken. Wo sie sich umgehend in rosa Fruchtzucker auflösen. Vermutlich gibt es auf diesem Planeten nichts leckereres. Mit Sicherheit nichts im Garten Edi, nicht mal die wilden Wald-Erdbeeren.





Sonntag, 30. Juni 2013

Rindenmulch

Ich LIEBE Rindenmulch. Mein liebster ist die Hausmarke von Dehner. Dieses Jahr haben der Mann und ich 10 Säcke gekauft und nachdem wir das Unkraut zwischen den meisten Pflanzen mit unseren Händen entfernt hatten, kam eine dicke Schicht Mulch drauf. Das soll den Boden feucht halten und ist für mich wie ein ordentlicher Teppich. Und wenn da was grünes auf meinem Teppich erscheint, dann guck ich mir das ganz genau an und rupfe es im Zweifelsfall heraus. Ich mag dieses kleine bisschen an Ordnung und Struktur aber noch viel mehr mag ich den Geruch. Wenn man eine Tüte Rindenmulch aufreisst, würde ich am liebsten alles auf eine Stelle schütten und mich kurz hinlegen. Ich denke, so riecht es, wenn man im Regenwald einschläft.